Aufsätze


Thema: Entwicklungshilfe

Heilender Kapitalismus

Konzerne, Banken, Versicherungen - die bösen Kapitalisten eben, die für das Elend in der Welt verantwortlich gemacht werden, setzen gegen gutmenschelnde Hilfsaktionen ihre ureigensten Werkzeuge ein: Mit Kleinstkrediten und Kleinstversicherungen soll den Ärmsten der Armen Hilfe zur Selbsthilfe zukommen.

 

von Heike Arnold

Zur Primetime im Fernsehen.
Promis schnippen mit dem Finger.
Alle drei Sekunden.
Wer ist dabei, welche Aktion ist das, haben wir das nicht schon mal gehört?

 

Arm ist ... nach Definition der Weltbank, wer mit weniger als 1 US-Doller am Tag auskommen muss. Das sind - weltweit - rund 1,2 Millionen Menschen - eine Zahl, die bis 2015 halbiert werden soll. Das haben sich die Vereinten Nationen vorgenommen, die gemeinsam mit NGOs und Kirchen seit Jahrzehnten gegen das Elend kämpfen.
     Die meisten wissen das - und glauben auch, dass große Konzerne dabei nicht gut aussehen. Im Zeitalter der Globalisierung gelten multinationale Konzerne, insbesondere Finanzdienstleister, als Patrone, die - wenn schon nicht direkt, so doch unmittelbar durch ihre Investitionspolitik für das Elend in der Dritten Welt mitverantwortlich sind.
     Dagegen kann man wie bei der aktuellen Aktion "Deine Stimme gegen Armut" alle drei Sekunden mit den Fingern schnippen und dazu erklären, dass gerade wieder irgendwo auf dieser Welt ein Kind stirbt. Das bringt Spenden und ist gut. Oder, wie es Konzerne neu tun, Hilfe zur Selbsthilfe anbieten. Das ist besser.

 


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Bitte schreiben Sie mir eine E-Mail an: mail (at) heike-arnold (dot) de, Betreff: Artikel "Heilender Kapitalismus"

 


Der Aufsatz wurde auszugsweise im Newsletter von Opportunity International Deutschland, Ausgabe 1/06, veröffentlicht: www.oid.org